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Urbino - Auf den Spuren von Raffaello & Leonardo da Vinci im UNESCO-Weltkulturerbe

06/06/2021 00:00

Nikita

Reiselust, Italien, Marken, Städtereisen,

Urbino - Auf den Spuren von Raffaello & Leonardo da Vinci im UNESCO-Weltkulturerbe

Urbino ist einer dieser Orte, deren Anblick einem wortwörtlich die Sprache verschlägt.

Urbino ist einer dieser Orte, deren Anblick einem wortwörtlich die Sprache verschlägt. Eine faszinierende Geschichte, atemberaubende Architektur und Geburtsort einer der bekanntesten und wichtigsten Künstler der italienischen Renaissance: Raffaello Sanzio da Urbino (Raffael). Seit 1998 gehört die Stadt dank ihres beeindruckenden historischen und künstlerischen Erbes zum UNESCO Weltkulturerbe. Unternehmen wir einen Ausflug nach Urbino, unternehmen wir eine Reise in die Welt der Renaissance!

Urbino Tipps im Überblick

Lage und Geschichte von Urbino auf einen Blick

Die ca. 14.000 Einwohner zählende Stadt liegt ganz malerisch in den Apenninenhügeln der Marken, etwa 36 km von der adriatischen Küste entfernt. Urbino gehört zur Provinz von Pesaro und galt bereits in der Antike, zu Zeiten der Gotenkriege im 6. Jhd, als wichtige strategische Festung. Regelrecht aufgeblüht ist die Stadt jedoch unter der Herrschaft eines Mannes, dessen Name wohl zu den einprägsamsten der italienischen Geschichte zählt: Herzog Federico da Montefeltro - einer der erfolgreichsten Söldnerführer ("Condottieri") der italienischen Renaissance und einer der aufgeklärtesten, kultiviertesten und feinsinnigsten Männer seiner Zeit.

Federico, großer Kunstliebhaber, übte einen wesentlichen Einfluss auf die architektonische und künstlerische Entwicklung der Stadt aus. Unter seiner Herrschaft, sein Einfluss erstreckte sich bald über das gesamte europäische Gebiet, entwickelte sich Urbino zu einem der wichtigsten Zentren der Renaissance und beherbergte im Laufe der Jahre einige der Großen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft dieser Epoche, u.a. Piero della Francesca, Girolamo Genga und Giovanni Santi (Vater von Raffaello). 1998 wurde Urbino vor allem wegen ihrer imposanten Architektur und Kulturgeschichte in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Welche Sehenswürdigkeiten darfst du dir in Urbino nicht entgehen lassen? 

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Urbino steckt voller Überraschungen! Je mehr man sich in ihren malerischen Gassen verliert, desto mehr scheint sie von sich zeigen zu wollen. Während unseres 3-tägigen Aufenthalts, hat es uns vor allem an die folgenden 9 Orte verschlagen, die - zumindest meiner Meinung nach - jeder einmal gesehen haben sollte!

#1 Die Stadtmauer

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Sobald man sich Urbino nähert, fällt der Blick auf die imposante und mächtige Stadtmauer, die die gesamte Altstadt umgibt und einst schützte. Eigentlich war Urbino sogar von 4 Mauern umschlossen: der erste Ring aus der römischen Epoche, der zweite aus dem Mittelalter und der dritte zu Zeiten von Federico III von Montefeltro. Der heute noch sichtbare, fast vollständig erhaltene Mauerring bildet den vierten und jüngsten Teil dieser mächtigen Wehranlage und wurde in der ersten Hälfte des 16. Jhd's errichtet. 

#2 Der Herzogspalast: Palazzo Ducale & Nationalgalerie der Marken

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Überaus eindrucksvoll, raffiniert und außergewöhnlich schön! So lässt sich der Palazzo Ducale wohl am besten beschreiben. Errichtet wurde der renaissanceistische Herzogspalast zwischen 1463 und 1472 auf Wunsch von Federico da Montefeltro, um den bereits bestehenden "Palazzetto della Jole", dem ältesten Teil des Palastes, zu erweitern. Die Planung involvierte gleich drei Architekten: Maso di Bartolomeo, Luciano Laurana und Francesco di Giorgio Martini, die sich im Laufe der Jahre abwechselten. Luciano Laurana, der u.a. am Hof der Herzöge Este gearbeitet haben soll, war nicht nur für die Entwürfe der Säulenarkaden, des Innenhofs und der Westfassade mit ihren beiden Rundtürmen verantwortlich, sondern auch für die Gestaltung der Räumlichkeiten des "Piano nobile", des "edlen Geschosses". Dazu gehören: die Bibliothek, der breite Treppengang "Scalone d'Onore", der Thronsaal, der Engelssaal "Sala degli Angeli" und der Empfangssaal. Giorgio Martini vollendete dann den Bau des mächtigen Palastes und bereicherte ihn noch mit einem (für diese Zeit) komplexen, revolutionären und innovativen System zur Wasserversorgung. Mit dem "Appartamento Roveresco" erweiterten die "Della Rovere", Nachfolger der Montefeltros, im 16. Jhd den Palast um eine zweite Beletage.

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Im Herzogspalast befindet sich auch die Nationalgalerie der Marken. Die Kunstsammlung besteht aus Werken der Jahre 1300 bis 1600, die Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Wandteppiche und auch Möbel umfasst. Vertretene Künstler sind u.a. Raffael, Tizian, Barocci, Gentileschi, Guerrieri, Piero della Francesca, Giusto di Gand und Paolo Uccello. 

 

𝓲  Informationen für euren Besuch

Informationen zu Eintritt & Uhrzeiten findet ihr hier: www.gallerianazionalemarche.it

#3 Casa Santi: Das Geburtshaus von Raffaello

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Man kann nicht aus Urbino abreisen, ohne das Geburtshaus von Raffaello gesehen zu haben. Auch wenn sich hier leider nur sehr wenige Originale seiner Werke befinden (die meisten von ihnen stammen aus seiner Jugend), ist jeder Schritt durch dieses Haus einen Besuch wert. Der weltbekannte Künstler wurde 1483 hier geboren und verbrachte den Großteil seiner Kindheit in der Werkstatt seines Vaters - ein Künstler am Hofe der Montefeltro. Seit 1873 steht das Haus im Besitz der Raffael-Akademie und stellt seitdem Werke aus, die sich mit dem Leben Raffaels beschäftigen.

 

𝓲  Informationen für euren Besuch

Informationen zu Eintritt & Uhrzeiten findet ihr hier: www.casaraffaello.com

#4 Der Dom und die Katakomben von Urbino

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Der Dom von Urbino: Natürlich wäre es schön gewesen seinen Innenraum zu sehen, denn hier befinden sich zwei Gemälde von Federico Barocci: das Martyrium des Hl. Sebastian und das letzte Abendmahl. Leider ist er jedoch seit Jahren wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen, die eigentlich 2018 fertiggestellt werden sollten. Die Geschichte des Doms geht auf das Jahr 1021 zurück. Im Laufe der Jahre wurde er immer wieder umgebaut oder sogar durch einen gänzlich neuen Kirchenbau ersetzt. An einem davon war u.a. auch Francesco di Giorgi Martini beteiligt, der bereits am Ausbau des Herzogspalastes mitwirkte.

Einen Zwischenstopp solltet ihr hier trotzdem einlegen, denn selbst wenn der Dom momentan nicht zu besichtigen ist, wartet ein unterirdisches Highlight auf euch: Die Krypta. Sie besteht aus 4 verschiedenen Kapellen, die der Passion Christi gewidmet sind. Während des zweiten Weltkrieges wurden hier außerdem die Schätze des Markusdoms in Venedig aufbewahrt, um sie vor den Bomben und plündernden Deutschen in Sicherheit zu bringen.

 

𝓲  Informationen für euren Besuch

Informationen zu Eintritt & Uhrzeiten findet ihr hier: www.museodiocesanourbino.it 

#5 Die Wehranlage Fortezza Albornoz

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Die zur Mitte des 14. Jhd's errichtete Festung Albornoz befindet sich auf dem San Sergio Hügel - eine zweifellos strategische Position zur Überwachung der Täler und Straßen, die heute ein herrliches Panorama auf die Altstadt von Urbino bietet. Nachdem Cesare Borgia 1502 die Stadt eroberte, beauftragte er Leonardo da Vinci mit der Vermessung und Aufzeichnung von allen Orten und Festungen dieser Region. Zu dieser Zeit war da Vinci als Architekt und Militäringenieur am Hofe Borgia tätig. Während seines Aufenthalts diente ihm die Festung Albornoz als Herberge - hier hatte er ausreichend Zeit, um jedes einzelne Detail dieser Wehranlage in seinen Notizen und Skizzen festzuhalten!

 

𝓲  Informationen für euren Besuch

Informationen zu Eintritt & Uhrzeiten findet ihr hier.

#6 Die St. Dominik Kirche

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Die St. Dominik Kirche wurde 1365 erbaut und während des 18. Jahrhunderts komplett umgebaut. Besonders interessant ist das von Luca della Robbia gestaltete Haupttor mit der Darstellung der Jungfrau Maria mit Kind und den Heiligen. Betritt man das Kircheninnere, kann man zwei Gemälde von Francesco Vanni und den Hochaltar mit einem eindrucksvollen Gemälde von Giovanni Conca betrachten. Auf diesem sind die Jungfrau Maria mit Kind, der Hl. Dominik, die Hl. Katharina von Siena und die Hl. Rosa von Lima abgebildet.

#7 Oratorio di San Giovanni Battista

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Von Außen wirkt das San Giovanni Oratorium fast unscheinbar, doch im Inneren hält es einen Wow-Effekt parat: Hier befindet sich nämlich ein meisterhafter Freskenzyklus von Lorenzo und Jacopo Salimbeni da San Severino. Die Brüder lebten um 1400 und gehörten zu den wichtigsten Vertretern der Spätgotik in den Marken. Betritt man den Raum, fällt der Blick sofort auf das Fresko der "Kreuzigung", das die gesamte Apsis für sich einnimmt. Das Oratorium selbst wurde nach den Fresken benannt, die auf der rechten Seite abgebildet sind und das Leben von Johannes dem Täufer darstellen. 

#8 Die San Bernardino Kirche

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Diese malerische Kirche haben wir jeden Tag aus der Ferne von unserer Unterkunft aus betrachten können! Sie befindet sich etwa 2 km von der Altstadt von Urbino entfernt. Könnt ihr euch schon vorstellen, wofür sie gebaut wurde? Die Errichtung der San Bernardino Kirche wurde von Federico da Montefeltro in Auftrag gegeben, um nach seinem Tod hier bestattet zu werden. Aus diesem Grund wird die Kirche auch oft als das "Mausoleum der Herzöge" bezeichnet

#9 Via Stretta & jüdisches Viertel

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Zu Zeiten der Montefeltro genossen die jüdischen Einwohner von Urbino eine Vielzahl an Rechten und Privilegien, auf gleicher Augenhöhe mit der christlichen Bevölkerung. Zu dieser Zeit widmeten sie sich vor allem dem Handel und der Herstellung von Medizin. Mitte des 15. Jhd's verschlechterte sich ihre Situation jedoch zunehmend: der Druck der Kirche wurde immer größer, die mit ihren antijüdischen religiösen Predigten außerdem auch großen Einfluss auf die christliche Bevölkerung ausübte. Da es keinen legitimen Erben gab, ging das Herzogtum 1631 nach dem Tod von Herzog Francesco Maria II. della Rovere an den Kirchenstaat über. 

1633 führte man ein jüdisches Ghetto im Stadtteil nahe des Stadttors Valbona ein. Am Anfang und Ende dieses Viertels, das sich zwischen der Via Stretta und Via delle Stallacce befand, wurden Tore angebracht, die Nachts von außen geschlossen wurden und die jüdische Bevölkerung im Ghetto festhielten. Dieser Zustand endete erst 1797 mit dem Einmarsch Napoleons.

Kulinarische Highlights

Verschiedene Pilzsorten, köstlicher Trüffel und Wildfleisch gehören zu den typischen gastronomischen Spezialitäten von Urbino. Während unseres Aufenthaltes haben wir in diesen beiden Restaurants gegessen und uns von der leckeren Küche verwöhnen lassen:

La Trattoria del Leone

Die Trattoria del Leone befindet sich auf der Piazza della Repubblica, direkt im Herzen der Altstadt von Urbino. Das lokal ist sehr urig und zeichnet sich durch eine einfache und sehr schmackhafte regionale Küche aus. Die frisch zubereiteten Gerichte werden aus saisonalen Zutaten biologischen Anbaus vorbereitet. 

Osteria km-0

Ein weiteres Lokal, das sich mitten in der Altstadt befindet und zwar direkt gegenüber des Doms von Urbino. Die Osteria Km0 kommt mit einer rustikalen und gemütlichen Atmosphäre daher. Wie der Name schon vermuten lässt, werden ausschließlich Km0-Zutaten für die köstlichen Gerichte verwendet.

Urbino und Umgebung

Solltet ihr mehrere Tage in Urbino verbringen und die Altstadt bereits ausgiebig erkundet haben, heißt es keinesfalls Füße hochlegen und nichts tun, denn rund um Urbino bieten sich zahlreiche weitere Aktivitäten. Kulturinteressierte können in der näheren Umgebung von Urbino beispielsweise auch einen Abstecher in mittelalterliche Orte wie Brisighella, Urbania oder Gradara unternehmen, während Outdoorfans die Landschaften der Naturparks dieser Region genießen können. Dazu gehören der Naturpark Sasso Simone e Simoncello (ca. 1h), die Furlo Schlucht (ca. 30 min.) oder der Naturpark Monte San Bartolo mit seinen wunderschönen Panoramen auf das Meer der Marken (ca. 50 min). 

Ein Tag am Strand: Spiaggia di Fiorenzuola di Focara

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Ihr seid auf der Suche nach einem wilden und unberührten Strand, der noch nicht von Touristen überlaufen ist? An der adriatischen Küste unmöglich sagt ihr? Etwa 45 km von Urbino entfernt, befindet sich der schöne Naturpark Monte San Bartolo. An seinem Küstenabschnitt findet man immer noch ein paar ruhige und völlig naturbelassene Strände, die es fernab der überlaufenen Strände erlauben, ruhige und idyllische Momente am Meer zu verbringen.

Ein solcher Strand ist die Spiaggia di Fiorenzuola di Focara. Um ihn zu erreichen, ist auch ein kleiner Fußmarsch von ca. 20 Minuten nötig, denn mit dem Auto gelangt man bis in den gleichnamigen Ort. Ab da heißt es dann: Rucksack mit Badesachen auf die Schultern und los! Auf dem Weg zum Sandstrand ist alles ganz schön leicht, denn der Weg verläuft immer bergab. Jetzt könnt ihr euch natürlich gut vorstellen, dass es auf dem Rückweg genau umgekehrt ist: Also Sportlergeist auspacken, denn was auf dem Hinweg herrlich bergab verlief, führt jetzt steil bergauf.


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